Index einfach erklärt: Definition, Arten & Berechnung

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Ein Index ist eine Verhältniszahl, die die relative Veränderung einer oder mehrerer Größen gegenüber einem festgelegten Basiswert misst. Das Basisjahr erhält stets den Wert 100 – alle späteren Indexzahlen zeigen unmittelbar, um wie viel Prozent sich die gemessene Größe verändert hat. Indizes sind in der Wirtschaftsstatistik, im Rechnungswesen und an Kapitalmärkten unverzichtbar, um Trends, Preisentwicklungen und Konjunkturbewegungen vergleichbar zu machen.

Was ist ein Index?

Ein Index fasst die Entwicklung einer Größe in einer einzigen dimensionslosen Zahl zusammen. Statt absolute Beträge – etwa Euro-Preise oder Stückzahlen – direkt zu vergleichen, wird der aktuelle Wert ins Verhältnis zu einem festgelegten Basiswert gesetzt. Dieser Basiswert erhält die Indexzahl 100. Alle späteren Werte zeigen unmittelbar die prozentuale Veränderung gegenüber diesem Ausgangspunkt.

Beträgt der Index 115, ist die gemessene Größe gegenüber dem Basisjahr um 15 % gestiegen. Liegt er bei 92, ist sie um 8 % gesunken. Diese Eigenschaft macht Indizes zu einem universellen Messwerkzeug: Sie machen unterschiedliche Maßeinheiten, Währungen oder Größenordnungen vergleichbar, ohne mit unhandlichen absoluten Zahlen zu operieren.

In der Wirtschaftspolitik dienen Indizes als wichtige Steuerungsgrößen: Der Verbraucherpreisindex (VPI) bildet die Grundlage für Inflationsmessung und Lohnverhandlungen; Aktienindizes wie der DAX geben ein Stimmungsbild der Kapitalmärkte wieder; Produktionsindizes messen die Konjunkturentwicklung in einzelnen Branchen.

Wichtige Indexarten im Überblick

Indexart Was wird gemessen? Wichtiges Beispiel Herausgeber
Verbraucherpreisindex (VPI) Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs VPI Deutschland Statistisches Bundesamt
Erzeugerpreisindex Preise auf Herstellerebene (vor Handel) EPI gewerbliche Produkte Statistisches Bundesamt
Mengenindex Produktions- oder Handelsmengen Industrieproduktionsindex Eurostat, Destatis
Aktienindex Kursentwicklung einer Aktiengruppe DAX (40 Werte) Deutsche Börse AG
Lohnindex Entwicklung der Arbeitnehmerentgelte Nominallohnindex Statistisches Bundesamt

Index berechnen: Formel und vollständiges Rechenbeispiel

Die grundlegende Formel für eine einfache Indexzahl lautet:

Indexzahl = (Wert im Berichtszeitraum / Wert im Basisjahr) × 100

Beispiel – Einkaufspreisindex für drei Rohstoffe (Basisjahr 2020 = 100):
Ein Fertigungsunternehmen möchte wissen, wie sich seine Rohstoffbeschaffungskosten von 2020 bis 2026 verändert haben.

Rohstoff Preis 2020 (Basis) Preis 2026 Einzelindex 2026
Stahl 500 €/t 620 €/t 124,0
Kunststoff 200 €/t 230 €/t 115,0
Aluminium 800 €/t 880 €/t 110,0

Schritt 1 – Einzelindizes berechnen:
Stahl: 620 / 500 × 100 = 124,0
Kunststoff: 230 / 200 × 100 = 115,0
Aluminium: 880 / 800 × 100 = 110,0

Schritt 2 – Einfacher Durchschnittsindex (ungewichtet, Methode des arithmetischen Mittels):
(124,0 + 115,0 + 110,0) / 3 = 116,3

Ergebnis: Die Rohstoffpreise dieses Unternehmens sind von 2020 bis 2026 im einfachen Durchschnitt um 16,3 % gestiegen. Ein gewichtetes Verfahren würde den tatsächlichen Einkaufsmengen Rechnung tragen und je nach Mengenanteilen ein anderes Ergebnis liefern.

Laspeyres- und Paasche-Index

Für zusammengesetzte Indizes gibt es zwei klassische Gewichtungsverfahren. Der Laspeyres-Index gewichtet mit den Mengen des Basisjahres und beantwortet die Frage: „Was würde der damalige Warenkorb heute kosten?“ Er neigt dazu, die Preissteigerung zu überschätzen, weil er die Substitution günstigerer Güter nicht abbildet. Der Paasche-Index gewichtet dagegen mit den aktuellen Mengen und fragt: „Was hätte der heutige Konsum damals gekostet?“ Er unterschätzt die Preissteigerung tendenziell. Der deutsche Verbraucherpreisindex basiert auf dem Laspeyres-Konzept mit regelmäßiger Warenkorbanpassung.

Mehr zur praktischen Bedeutung des wichtigsten deutschen Preisindex lesen Sie im Beitrag zum Verbraucherpreisindex. Wie sich Indexveränderungen auf die Kaufkraft auswirken, erklärt der Artikel zur Inflation. Zur betriebswirtschaftlichen Kennzahlenanalyse bietet sich der Artikel zur Kennzahlenanalyse an.

Häufige Fragen

Was bedeutet es, wenn ein Index unter 100 fällt?

Ein Indexwert unter 100 zeigt, dass die gemessene Größe gegenüber dem Basisjahr gesunken ist. Ein Verbraucherpreisindex von 95 würde bedeuten, dass das allgemeine Preisniveau um 5 % unter dem des Basisjahres liegt – also Deflation vorliegt. An der Börse signalisiert ein Aktienindex unter seinem Startwert Kursverluste gegenüber dem Ausgangsniveau. Bei Mengenindizes steht ein Wert unter 100 für Produktions- oder Handelrückgänge.

Wie oft wird der Verbraucherpreisindex in Deutschland veröffentlicht?

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht den Verbraucherpreisindex monatlich. Zunächst erscheint am Ende des laufenden Monats eine Schnellschätzung, die auf unvollständigen Daten basiert. Rund drei Wochen später folgen die endgültigen Ergebnisse mit vollständiger Warenkorbabdeckung. Der VPI bildet die Grundlage für die offizielle Inflationsrate Deutschlands und fließt in Tarifverhandlungen, Indexmieten und wirtschaftspolitische Entscheidungen ein.

Was ist der Unterschied zwischen Preis- und Mengenindex?

Ein Preisindex misst, wie sich die Preise einer Gruppe von Gütern verändert haben, während die Mengen konstant gehalten werden. Ein Mengenindex hält dagegen die Preise konstant und misst ausschließlich Veränderungen in der Produktions- oder Handelsmenge. Multipliziert man Preis- und Mengenindex miteinander (dividiert durch 100), erhält man den Wertindex, der die nominale Gesamtveränderung des betrachteten Aggregats abbildet.

Bedeutung von Indizes im betrieblichen Rechnungswesen

Im Rechnungswesen werden Indizes genutzt, um nominale Größen in reale Werte umzurechnen (Deflationierung) und Entwicklungen über mehrere Geschäftsjahre vergleichbar zu machen. So lässt sich beispielsweise beurteilen, ob ein Umsatzwachstum von 8 % über der Inflationsrate liegt – und damit real gewachsen ist – oder ob der Zuwachs lediglich gestiegene Preise widerspiegelt. Auch Indexklauseln in Mietverträgen oder Liefervereinbarungen verknüpfen vertragliche Beträge automatisch mit der Entwicklung eines festgelegten Preisindex, um Kaufkraftverluste abzufedern.

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