Die Gesamtkapitalrentabilität (auch: Return on Assets oder Gesamtkapitalrendite) misst, wie effizient ein Unternehmen sein gesamtes eingesetztes Kapital nutzt – unabhängig davon, ob es aus Eigen- oder Fremdkapital stammt. Damit ist sie eine der wichtigsten Kennzahlen der Bilanzanalyse und ergänzt die Eigenkapitalrentabilität.
Inhaltsverzeichnis
Die Formel
Gesamtkapitalrentabilität = (Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen) / Gesamtkapital × 100
| Variable | Bedeutung | Quelle |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss | Gewinn nach Steuern | GuV |
| Fremdkapitalzinsen | Gezahlte Zinsen auf Fremdkapital | GuV (Zinsaufwand) |
| Gesamtkapital | Bilanzsumme (EK + FK) | Bilanz |
Die Fremdkapitalzinsen werden addiert, um die Kapitalstruktur auszuklammern: Die GKR zeigt die Verzinsung des gesamten Kapitals, egal wem es gehört.
Beispielrechnung
| Position | Betrag |
|---|---|
| Jahresüberschuss | 120.000 € |
| Fremdkapitalzinsen | 30.000 € |
| Gesamtkapital (Bilanzsumme) | 2.000.000 € |
GKR = (120.000 + 30.000) / 2.000.000 × 100 = 7,5 %
Interpretation
| GKR-Wert | Bewertung |
|---|---|
| > 12 % | Sehr gut |
| 8–12 % | Gut |
| 5–8 % | Befriedigend |
| < 5 % | Verbesserungsbedürftig |
Die GKR sollte mindestens über dem Fremdkapitalzinssatz liegen – sonst lohnt sich die Fremdfinanzierung nicht (negativer Leverage-Effekt).
GKR vs. EKR
| Kennzahl | Blickwinkel | Beeinflusst durch Verschuldung? |
|---|---|---|
| Gesamtkapitalrentabilität | Gesamtes Unternehmen | Nein (kapitalstrukturunabhängig) |
| Eigenkapitalrentabilität | Eigenkapitalgeber | Ja (Leverage-Effekt) |
Verwandte Themen
- Eigenkapitalrentabilität – Rendite aus Sicht der Eigentümer
- ROI – Return on Investment – verwandte Rentabilitätskennzahl
- Bilanzanalyse – Gesamtrahmen der Kennzahlenanalyse
- Verschuldungsgrad – beeinflusst den Leverage-Effekt
Prüfungstipp: Vergiss nicht, die Fremdkapitalzinsen zum Jahresüberschuss zu addieren! Ohne diese Addition misst du nur die Eigenkapitalrentabilität, nicht die Gesamtkapitalrentabilität.