Working Capital Übungsaufgaben mit Lösungen: Nettoumlaufvermögen und Liquiditätsanalyse

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Das Working Capital (Nettoumlaufvermögen) ist ein zentrales Thema in der Bilanzanalyse und dem Finanzmanagement. Diese Übungsaufgaben trainieren die Berechnung, Interpretation und das Management des Working Capitals anhand praxisnaher Szenarien.

Aufgabe 1: Working Capital berechnen

Die Müller GmbH weist folgende Bilanzpositionen aus:

Aktiva Betrag Passiva Betrag
Vorräte 350.000 € Verbindlichkeiten LuL 180.000 €
Forderungen LuL 280.000 € Kurzfr. Bankverbindlichkeiten 120.000 €
Sonstige kurzfr. Forderungen 20.000 € Sonstige kurzfr. Verbindlichkeiten 50.000 €
Kassenbestand / Bank 80.000 €

Lösung Aufgabe 1:

Position Berechnung Betrag
Umlaufvermögen 350.000 + 280.000 + 20.000 + 80.000 730.000 €
Kurzfristige Verbindlichkeiten 180.000 + 120.000 + 50.000 350.000 €
Working Capital (NUV) 730.000 – 350.000 380.000 €

Interpretation: Das positive Working Capital von 380.000 € zeigt, dass kurzfristige Verbindlichkeiten vollständig durch Umlaufvermögen gedeckt sind. Die Liquidität ist gesichert.

Aufgabe 2: Liquiditätsgrade berechnen und vergleichen

Berechne auf Basis der Daten aus Aufgabe 1 die Liquiditätsgrade 1, 2 und 3 und bewertet sie.

Lösung Aufgabe 2:

Kennzahl Formel Berechnung Ergebnis Richtwert
Liquiditätsgrad 1 (Cash Ratio) Liquide Mittel / kurzfr. VB 80.000 / 350.000 22,9 % > 20 %
Liquiditätsgrad 2 (Quick Ratio) (Liquide Mittel + Ford. LuL) / kurzfr. VB (80.000 + 280.000 + 20.000) / 350.000 108,6 % > 100 %
Liquiditätsgrad 3 (Current Ratio) UV / kurzfr. VB 730.000 / 350.000 208,6 % > 150–200 %

Alle drei Liquiditätsgrade erfüllen die Richtwerte → Das Unternehmen ist gut liquide.

Aufgabe 3: Cash Conversion Cycle berechnen

Die Schmidt AG hat folgende Daten:

  • Durchschnittliche Lagerdauer: 35 Tage
  • Durchschnittliche Debitorenreichweite (Kundenzahlungsfrist): 28 Tage
  • Durchschnittliche Kreditorenreichweite (Lieferantenzahlungsfrist): 22 Tage

a) Berechne den Cash Conversion Cycle (CCC).
b) Was bedeutet das Ergebnis?
c) Welche Maßnahme würde den CCC am stärksten senken?

Lösung Aufgabe 3:

a) CCC = Lagerdauer + Debitorenreichweite – Kreditorenreichweite

CCC = 35 + 28 – 22 = 41 Tage

b) Interpretation: Das Unternehmen ist im Durchschnitt 41 Tage ohne Gegenfinanzierung vorleistungspflichtig – d. h. es bindet 41 Tage lang Kapital im Working Capital, bevor Kundenzahlungen eingehen.

c) Maßnahmen (nach Wirkung geordnet):

Maßnahme Wirkung auf CCC
Debitorenreichweite von 28 auf 21 Tage senken (Skonto anbieten) CCC sinkt um 7 Tage → 34 Tage
Kreditorenreichweite von 22 auf 30 Tage verlängern (bessere Lieferantenkonditionen) CCC sinkt um 8 Tage → 33 Tage
Lagerdauer von 35 auf 25 Tage senken (JIT-Einführung) CCC sinkt um 10 Tage → 31 Tage

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Prüfungstipp: Der Cash Conversion Cycle (CCC) ist ein beliebtes Klausurthema. Die Formel CCC = Lagerdauer + Debitorenreichweite – Kreditorenreichweite muss sitzen. Ein kürzerer CCC ist immer besser – weniger Kapital ist gebunden.

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