Plankostenrechnung Übungsaufgaben mit Lösungen: Starre und flexible Plankostenrechnung

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Die Plankostenrechnung ist ein anspruchsvolles Thema in der Kostenrechnung. Diese Übungsaufgaben zeigen Schritt für Schritt, wie starre und flexible Plankostenrechnung funktionieren – mit vollständigen Lösungen für BWL-Klausuren.

Aufgabe 1: Starre Plankostenrechnung

Für eine Kostenstelle wurden folgende Plangrößen festgelegt:

  • Planbeschäftigung: 1.000 Maschinenstunden
  • Plankosten gesamt: 80.000 €

Tatsächlich geleistete Maschinenstunden: 850 h; Istkosten: 72.000 €

Berechne die Kostenabweichung nach der starren Plankostenrechnung.

Lösung Aufgabe 1:

Plankosten je Stunde = 80.000 / 1.000 = 80 €/h

Verrechnete Plankosten bei 850 h = 850 × 80 = 68.000 €

Gesamtabweichung = Istkosten – verrechnete Plankosten = 72.000 – 68.000 = +4.000 € (Kostenüberdeckung, ungünstig)

Nachteil der starren Methode: Die Beschäftigungsabweichung wird nicht separat ausgewiesen – der Mehrverbrauch und die Unterbeschäftigung werden vermischt.

Aufgabe 2: Flexible Plankostenrechnung

Gleiche Daten wie Aufgabe 1. Zusätzlich: Die Plankosten setzen sich zusammen aus Fixkosten 30.000 € und variablen Plankosten 50.000 € (bei 1.000 h).

Lösung Aufgabe 2:

Variable Plankosten je h = 50.000 / 1.000 = 50 €/h

Sollkosten bei 850 h = Fixkosten + (variable Kosten × Istbeschäftigung)
= 30.000 + (50 × 850) = 30.000 + 42.500 = 72.500 €

Verbrauchsabweichung = Istkosten – Sollkosten = 72.000 – 72.500 = –500 € (günstig)

Beschäftigungsabweichung = Sollkosten – verrechnete Plankosten = 72.500 – 68.000 = +4.500 € (ungünstig – Unterbeschäftigung)

Gesamtabweichung = –500 + 4.500 = +4.000 € (stimmt überein mit Aufgabe 1)

Aufgabe 3: Interpretation

Was bedeuten die Abweichungen aus Aufgabe 2?

Lösung Aufgabe 3:

Die Verbrauchsabweichung von –500 € zeigt, dass die Kostenstelle die Ressourcen effizienter eingesetzt hat als geplant (günstig). Die Beschäftigungsabweichung von +4.500 € zeigt, dass die Kapazität nur zu 85 % ausgelastet war – die Fixkosten wurden auf weniger Stunden verteilt, was zu einem höheren Kostenverrechnungssatz führte. Dies ist ein Kapazitätsproblem, kein Effizienzproblem.

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Lernhinweis: Die flexible Plankostenrechnung ist realistischer als die starre, weil sie Beschäftigungsschwankungen bei der Sollkostenermittlung berücksichtigt. In Klausuren wird fast immer die flexible Methode verlangt. Merke: Sollkosten = Fixkosten + (variable Plankosten × Istbeschäftigung).

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