Finanzierung Übungsaufgaben mit Lösungen: Eigen-, Fremdfinanzierung und Kennzahlen

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Finanzierungsaufgaben verbinden Bilanzanalyse mit Kapitalstrukturentscheidungen. Diese Übungen zeigen, wie Finanzierungsformen bewertet und Kennzahlen interpretiert werden – mit vollständigen Lösungen.

Aufgabe 1: Leverage-Effekt berechnen und beurteilen

Unternehmen A ist vollständig eigenfinanziert (EK = 1.000.000 €). Unternehmen B hat EK = 500.000 € und FK = 500.000 € (Fremdkapitalzinssatz 6 %). Beide erzielen ein EBIT von 120.000 €. Steuersatz: 0 % (vereinfacht).

Lösung Aufgabe 1:

Position Unternehmen A Unternehmen B
EBIT 120.000 € 120.000 €
Fremdkapitalzinsen (6 %) 0 € 30.000 €
Jahresüberschuss 120.000 € 90.000 €
Eigenkapitalrentabilität 120.000/1.000.000 = 12 % 90.000/500.000 = 18 %

Unternehmen B hat trotz gleichem Ergebnis eine höhere EK-Rendite durch Einsatz von Fremdkapital (positiver Leverage-Effekt, da GK-Rendite 12 % > FK-Zinssatz 6 %).

Aufgabe 2: WACC berechnen

Ein Unternehmen hat: EK = 600.000 € (Eigenkapitalkosten 10 %), FK = 400.000 € (Fremdkapitalkosten 5 %, Steuersatz 30 %).

Lösung Aufgabe 2:

Gesamtkapital = 1.000.000 €

EK-Anteil = 60 %, FK-Anteil = 40 %

WACC = (EK/GK × rEK) + (FK/GK × rFK × (1 – Steuersatz))
= (0,60 × 10 %) + (0,40 × 5 % × 0,70)
= 6,0 % + 1,4 % = 7,4 %

Aufgabe 3: Kapitalbedarfsrechnung

Ein Unternehmen plant folgende Investitionen: Maschinen 500.000 €, Gebäude 300.000 €, Startvorräte 100.000 €, Anfangsumlaufmittel 50.000 €. Eigenkapital verfügbar: 400.000 €.

Lösung Aufgabe 3:

Gesamtkapitalbedarf = 500.000 + 300.000 + 100.000 + 50.000 = 950.000 €

Fremdkapitalbedarf = 950.000 – 400.000 = 550.000 €

Eigenkapitalquote = 400.000 / 950.000 × 100 = 42,1 %

Verschuldungsgrad = 550.000 / 400.000 = 1,375

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Lernhinweis: Beim Leverage-Effekt merken: Positive Wirkung nur, wenn Gesamtkapitalrendite > Fremdkapitalzinssatz. Kippt das Verhältnis um (z.B. bei schlechter Ertragslage), wirkt der Leverage-Effekt negativ und verstärkt Verluste.

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