Eine Rezession ist eine Phase des wirtschaftlichen Abschwungs, in der die gesamtwirtschaftliche Produktionsleistung – gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – über einen längeren Zeitraum zurückgeht. Häufig wird von einer Rezession gesprochen, wenn das reale BIP in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft. Die Rezession ist ein normaler Bestandteil des Konjunkturzyklus.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Rezession?
Die wirtschaftliche Entwicklung verläuft nicht gleichmäßig, sondern in Wellen, dem sogenannten Konjunkturzyklus. Er gliedert sich klassisch in vier Phasen: Aufschwung (Expansion), Hochkonjunktur (Boom), Abschwung (Rezession) und Tiefphase (Depression). Die Rezession ist somit die Abschwungphase, in der die Wirtschaftsleistung nach einem vorherigen Aufschwung wieder zurückgeht. Typische Begleiterscheinungen sind eine nachlassende Nachfrage, sinkende Investitionen, geringere Unternehmensgewinne und eine steigende Arbeitslosigkeit. Hält der Abschwung sehr lange an und ist besonders tief, spricht man von einer Depression.
Ursachen einer Rezession
Rezessionen können viele Auslöser haben. Häufige Ursachen sind:
- Nachfragerückgang: Verbraucher und Unternehmen halten sich mit Konsum und Investitionen zurück, etwa aus Unsicherheit über die Zukunft.
- Externe Schocks: stark steigende Rohstoff- oder Energiepreise, Pandemien oder Naturkatastrophen.
- Finanz- und Bankenkrisen: geplatzte Spekulationsblasen oder eine Kreditklemme, wie in der Finanzkrise ab 2007.
- Geldpolitik: deutlich steigende Leitzinsen, die Kredite verteuern und die Wirtschaft bremsen.
Oft wirken mehrere dieser Faktoren zusammen und verstärken sich gegenseitig, sodass aus einem zunächst kleinen Dämpfer ein ausgeprägter Abschwung wird.
Folgen und Gegenmaßnahmen
Eine Rezession hat spürbare Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft:
- Unternehmen erzielen geringere Umsätze und bauen unter Umständen Personal ab.
- Die Arbeitslosigkeit steigt, die Einkommen vieler Haushalte sinken.
- Die Steuereinnahmen des Staates gehen zurück, während die Sozialausgaben steigen.
Staat und Notenbank versuchen gegenzusteuern: Der Staat kann mit Konjunkturprogrammen und höheren Ausgaben die Nachfrage stützen (antizyklische Fiskalpolitik), die Zentralbank kann die Leitzinsen senken, um Kredite zu verbilligen und Investitionen anzuregen. Ziel ist es, den Abschwung abzumildern und den Übergang in einen neuen Aufschwung zu erleichtern.
Häufige Fragen zur Rezession
Wann spricht man offiziell von einer Rezession?
Eine gängige Faustregel besagt, dass eine Rezession vorliegt, wenn das reale Bruttoinlandsprodukt in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft (technische Rezession). Daneben beurteilen Wirtschaftsforschungsinstitute die Lage anhand weiterer Indikatoren wie Beschäftigung und Produktion.
Was ist der Unterschied zwischen Rezession und Depression?
Eine Rezession ist ein vorübergehender, in der Regel begrenzter Abschwung. Eine Depression ist dagegen ein besonders tiefer und langanhaltender wirtschaftlicher Einbruch mit massiver Arbeitslosigkeit, wie etwa die Weltwirtschaftskrise ab 1929.
Was können Staat und Notenbank gegen eine Rezession tun?
Der Staat kann mit zusätzlichen Ausgaben, Investitionen und Konjunkturprogrammen die Nachfrage ankurbeln. Die Notenbank kann die Leitzinsen senken und die Geldversorgung lockern. Beide Maßnahmen zielen darauf ab, Konsum und Investitionen wieder zu beleben und die Konjunktur zu stabilisieren.