Leverage-Effekt: Definition, Formel und Berechnung mit Beispiel

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Der Leverage-Effekt (Hebeleffekt) beschreibt die Wirkung des Fremdkapitals auf die Eigenkapitalrentabilität. Solange die Gesamtkapitalrentabilität höher ist als der Fremdkapitalzinssatz, steigt die Eigenkapitalrentabilität mit zunehmendem Verschuldungsgrad. Dieses Prinzip ist fundamental für die Finanzierungsentscheidungen eines Unternehmens.

Die Formel

EK-Rentabilität = GK-Rentabilität + (GK-Rentabilität – FK-Zinssatz) × FK/EK

Variable Bedeutung
GK-Rentabilität Gesamtkapitalrentabilität (Rendite auf das gesamte Kapital)
FK-Zinssatz Durchschnittlicher Fremdkapitalzinssatz
FK/EK Verschuldungsgrad

Beispielrechnung

Ein Unternehmen hat ein Gesamtkapital von 500.000 € und eine GK-Rentabilität von 10 %. Der FK-Zinssatz beträgt 4 %.

Szenario EK FK FK/EK EK-Rentabilität
Ohne Fremdkapital 500.000 € 0 € 0 10 % + (10 % – 4 %) × 0 = 10,0 %
50 % Fremdkapital 250.000 € 250.000 € 1 10 % + 6 % × 1 = 16,0 %
75 % Fremdkapital 125.000 € 375.000 € 3 10 % + 6 % × 3 = 28,0 %

Positiver vs. negativer Leverage-Effekt

Situation Bedingung Wirkung
Positiver Leverage GK-Rentabilität > FK-Zinssatz Mehr FK erhöht die EK-Rentabilität
Negativer Leverage GK-Rentabilität < FK-Zinssatz Mehr FK senkt die EK-Rentabilität
Kein Leverage GK-Rentabilität = FK-Zinssatz FK hat keine Auswirkung

Risiken des Leverage-Effekts

Der Leverage-Effekt wirkt in beide Richtungen: Ein hoher Verschuldungsgrad verstärkt nicht nur Gewinne, sondern auch Verluste. Bei sinkender GK-Rentabilität unter den FK-Zinssatz kehrt sich der Effekt um und die EK-Rentabilität sinkt überproportional. Zudem steigt mit zunehmendem FK das Insolvenzrisiko, und Banken verlangen höhere Zinsen – wodurch der Vorteil abnimmt.

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Prüfungstipp: Der Leverage-Effekt ist ein Klassiker in BWL-Klausuren. Lerne die Formel auswendig und berechne mindestens 2–3 Szenarien mit unterschiedlichem Verschuldungsgrad. Vergiss nicht zu erwähnen, dass der Effekt auch negativ wirken kann!

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