Die Liquiditätsgrade messen, ob ein Unternehmen seinen kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Sie sind wichtige Kennzahlen der Bilanzanalyse und des Working Capital Managements.
Inhaltsverzeichnis
Die drei Liquiditätsgrade – Formeln
| Grad | Name | Formel | Richtwert |
|---|---|---|---|
| Liquidität 1. Grades | Barliquidität / Cash Ratio | (Zahlungsmittel ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten) × 100 | 20–50 % |
| Liquidität 2. Grades | Quick Ratio | ((Zahlungsmittel + kurzfristige Forderungen) ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten) × 100 | 100 % |
| Liquidität 3. Grades | Current Ratio | (Umlaufvermögen ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten) × 100 | 150–200 % |
Beispielrechnung
Bilanzwerte: Kassenbestand + Bank = 30.000 €, Forderungen = 70.000 €, Vorräte = 100.000 €, kurzfristige Verbindlichkeiten = 80.000 €
| Kennzahl | Rechnung | Ergebnis | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Liquidität 1 | 30.000 ÷ 80.000 × 100 | 37,5 % | gut (Richtwert 20–50 %) |
| Liquidität 2 | (30.000 + 70.000) ÷ 80.000 × 100 | 125 % | gut (Richtwert ≥ 100 %) |
| Liquidität 3 | (30.000 + 70.000 + 100.000) ÷ 80.000 × 100 | 250 % | sehr gut (Richtwert ≥ 150 %) |
Interpretation
Liquidität 1 zeigt, ob sofort verfügbares Geld reicht. Liquidität 2 prüft, ob nach Forderungseingang alle Schulden bezahlt werden könnten. Liquidität 3 berücksichtigt auch Vorräte – diese müssen aber erst verkauft werden, bevor Geld eingeht.
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Prüfungstipp: Lerne alle drei Formeln und Richtwerte auswendig. Bei Klausuren wird oft gefragt, welche Maßnahme die Liquidität verbessert (z.B. Forderungsabbau verbessert Liq. 2 und 3).