Valuta bezeichnet im Bank- und Zahlungsverkehr den Tag der Wertstellung einer Buchung – also den Zeitpunkt, ab dem ein Geldbetrag zinswirksam auf einem Konto gutgeschrieben oder belastet wird. Der Begriff stammt vom italienischen Wort für „Wert“ ab.
Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet Valuta?
Die Valuta (Wertstellung) ist der Stichtag, der für die Zinsberechnung eines Kontos maßgeblich ist. Sie ist zu unterscheiden vom Buchungstag, an dem der Umsatz lediglich im Kontoauszug erscheint. Für die Frage, ab wann ein Betrag Zinsen bringt oder kostet, ist allein das Valutadatum entscheidend.
Im weiteren Sinne wird „Valuta“ auch als Bezeichnung für eine ausländische Währung oder für ein Zahlungsziel verwendet. Im Rechnungswesen steht der Begriff jedoch meist für die Wertstellung.
Valuta und Buchungstag im Zahlungsverkehr
Bei Kontobewegungen fallen Buchungstag und Wertstellung nicht immer zusammen:
- Bei Gutschriften kann die Valuta auf oder nach dem Buchungstag liegen. Erst ab dem Valutadatum wird der Betrag verzinst.
- Bei Belastungen kann die Wertstellung vor dem Buchungstag liegen, sodass bereits früher Zinsen anfallen.
- Für Verbraucher gelten heute strenge gesetzliche Vorgaben, die eine für den Kunden nachteilige Wertstellung weitgehend verhindern.
Bei Girokonten von Verbrauchern muss die Gutschrift eingehender Beträge grundsätzlich taggleich wertgestellt werden.
Bedeutung für die Zinsberechnung
Die Valuta ist vor allem bei verzinsten Konten und Krediten relevant. Ein Beispiel: Ein Betrag von 50.000 Euro wird am 30. Juni gebucht, aber erst mit Valuta 2. Juli wertgestellt. Bei einem Guthabenzins von 2 % pro Jahr entgehen dem Kontoinhaber für die beiden Tage die Zinsen:
- Zinsen für 2 Tage = 50.000 € × 2 % × 2 ÷ 360 ≈ 5,56 Euro
Über größere Beträge und längere Zeiträume kann die Wertstellung so einen spürbaren Zinseffekt haben. Deshalb lohnt sich die Kontrolle des Valutadatums auf dem Kontoauszug.
Weitere Bedeutungen von Valuta
Der Begriff Valuta wird nicht einheitlich verwendet, sondern hat je nach Zusammenhang unterschiedliche Bedeutungen:
- Wertstellung: der für die Verzinsung maßgebliche Tag einer Buchung – die im Rechnungswesen häufigste Bedeutung.
- Fremdwährung: im Devisenhandel steht Valuta für eine ausländische Währung.
- Zahlungsziel: im Handel bezeichnet „Valuta“ mitunter das vereinbarte Fälligkeitsdatum einer Zahlung, etwa „Valuta 30 Tage“.
Welche Bedeutung gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang. In Kontoauszügen und in der Buchhaltung steht Valuta jedoch fast immer für die Wertstellung, die für Zinsberechnungen entscheidend ist.
Für die tägliche Praxis im Rechnungswesen ist vor allem die Wertstellung relevant. Ein Blick auf das Valutadatum lohnt sich immer dann, wenn größere Beträge bewegt werden, da schon wenige Tage Unterschied bei hohen Summen spürbare Zinseffekte auslösen können.
Häufige Fragen zu Valuta
Was ist der Unterschied zwischen Valuta und Buchungstag?
Der Buchungstag ist der Tag, an dem ein Umsatz im Kontoauszug erscheint. Die Valuta ist der Tag der Wertstellung, ab dem der Betrag zinswirksam wird. Für die Zinsberechnung zählt allein die Valuta.
Warum ist die Wertstellung wichtig?
Die Wertstellung entscheidet, ab wann ein Betrag Zinsen bringt oder kostet. Gerade bei hohen Beträgen und Krediten beeinflusst das Valutadatum die tatsächliche Zinsbelastung oder den Zinsertrag.
Hat Valuta noch eine andere Bedeutung?
Ja. „Valuta“ kann auch eine ausländische Währung oder ein vereinbartes Zahlungsziel bezeichnen. Im Rechnungswesen ist jedoch meist die Wertstellung einer Buchung gemeint.