Der Verschuldungsgrad zeigt das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital und ist eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung der Kapitalstruktur eines Unternehmens. Kreditgeber nutzen ihn zur Bonitätsbeurteilung, Investoren zur Risikoeinschätzung.
Inhaltsverzeichnis
Die Formel
Verschuldungsgrad = Fremdkapital ÷ Eigenkapital × 100
| Variable | Bedeutung | Fundstelle |
|---|---|---|
| Fremdkapital | Alle Schulden (kurz- und langfristig) | Passivseite der Bilanz |
| Eigenkapital | Gezeichnetes Kapital + Rücklagen + Gewinnvortrag | Passivseite der Bilanz |
| Verschuldungsgrad | Verhältnis FK zu EK | Ergebnis in % |
Beispielrechnung
Bilanz: Eigenkapital 400.000 €, Fremdkapital 600.000 € (davon 200.000 € kurzfristig, 400.000 € langfristig)
| Berechnung | Ergebnis |
|---|---|
| Verschuldungsgrad = 600.000 € ÷ 400.000 € × 100 | 150 % |
| Eigenkapitalquote = 400.000 € ÷ 1.000.000 € × 100 | 40 % |
| Fremdkapitalquote = 600.000 € ÷ 1.000.000 € × 100 | 60 % |
Interpretation
Ein Verschuldungsgrad von 150 % bedeutet: Auf jeden Euro Eigenkapital kommen 1,50 € Fremdkapital. Als Richtwert gilt: Unter 100 % ist solide, 100–200 % ist üblich für Industrie, über 300 % gilt als riskant. Banken fordern oft einen Mindestverschuldungsgrad unter einem bestimmten Schwellenwert als Kreditbedingung (sogenannte Financial Covenants).
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Prüfungstipp: Verschuldungsgrad und Eigenkapitalquote ergänzen sich. EK-Quote = 1 ÷ (1 + Verschuldungsgrad/100). Ein Verschuldungsgrad von 100 % entspricht einer EK-Quote von 50 %.