Preisbereinigung

Das Grundprinzip der Preisbereinigung was hier zugrunde liegt, ist aber sehr einfach. Preise von Gütern und Produkten unterliegen einer stetigen Veränderung, daher kann auch nicht von einem stetig höheren oder niederen Wert des Bruttoinlandsprodukts (bzw. im Englischen GDP) ausgegangen werden. Man kann auch keine Schlussfolgerung dessen auf die tatsächlich gestiegene oder gesunkene Produktion ziehen. Da man aber in der Regel an der Veränderung der realen Produktion interessiert ist, muss das BIP um die Preisentwicklung bereinigt werden.

Man hat für diese Problematik in der Wissenschaft zwei verschiedene Verfahren entwickelt.

Zwecks besseren Verständnisses sollte man folgendes bedenken: man stelle sich die Preisentwicklung eines Produktes vor. Davon gehen wir in einem Basisjahr 0 aus und nehmen ein Vergleichsjahr 1 her um einen Vergleich durchführen zu können.

Das erste Verfahren ist das Laspeyres Verfahren

Die grundlegende Idee ist sehr simpel. Aufgrund obiger Erklärung wird im Basisjahr ein Warenkorb festgelegt. Dazu werden im nächsten Schritt die passenden Preise festgelegt. Dann kauft man im Vergleichsjahr ebenfalls den gleichen Korb und vergleicht die Kosten. Diese werden dann im Verhältnis in Form des Preisindex nach Laspeyres  dargestellt. Man kann sich dann dadurch sehr leicht die Teuerungsrate der Preissteigerung errechnen.

Der Laspeyres Preisindex wird auch als Verbraucherpreisindex eingesetzt. Seine prozentuale Veränderung liefert die Inflationsrate vieler Länder. Kostet also der Warenkorb in Jahr 1 500 Euro und in Jahr 2 505 Euro, so beträgt die Inflation 1%. Hierbei ist jedoch die Verbesserung der Produkte raus zurechnen, da beispielsweise ein VW Golf mit Basisausstattung 1990 einen deutlich reduzierteren Umfang hatte als er ihn heute besitzt.

Das zweite Verfahren ist das Paasche Verfahren

Das Verfahren nach Paasche ist ebenso einfach wie das von Laspeyres. Der einzige Unterschied ist die Zusammensetzung des Warenkorbes. Während beim Laspeyres-Preisindex der Warenkorb des Basisjahres zugrunde gelegt wird, berechnet man den Paasche-Preisindex an Hand eines Warenkorbes aus dem Vergleichsjahr:

Als Basis nimmt man das Bruttoinlandsprodukt des Vergleichsjahres. Als zweite Größe, die man nicht beobachten kann, steht eine hypothetische Größe. Bei dieser hypothetischen Größe handelt es sich um die Güter des Bruttoinlandsprodukts im Vergleichsjahr, bewertet zu den Preisen des Basisjahres. Das BIP nennt man auch das nominale Bruttoinlandsprodukt oder das Bruttoinlandsprodukt in laufenden Preisen, das BIP bezeichnet man als reales Bruttoinlandsprodukt oder Bruttoinlandsprodukt in konstanten Preisen.

Den Paasche-Preisindex verwendet man als Deflator für das Bruttoinlandsprodukt. Damit ist gemeint, dass man mit Kenntnis des Paasche-Preisindex das reale Bruttoinlandsprodukt berechnen kann, indem man das nominale Bruttoinlandsprodukt durch den Index dividiert.

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