Der Kundenkredit steht im direkten Vergleich mit dem Lieferantenkredit. Beide sind in der Praxis sehr häufig anzutreffen. Man versteht darunter etwa geleistete Anzahlungen, Vorauszahlungen oder auch typische Abschlagszahlungen des Kunden an einen Lieferanten.

Vielfach ist der Kundenkredit auch so genutzt, wenn man inzwischen einer Planung sowie einer Fertigstellung einer Leistung viel Zeit liegt sowie die Leistung auf spezielle Bedürfnisse des Kunden ausgerichtet ist (als Beispiel könnte man hier größere Bauvorhaben anführen oder auch den Bau von Grossanlagen wie etwa Solaranlagen; auch im Schiffbau kommt er vor).

Um eine Zusage zur Kundenfinanzierung zu bekommen, muss man in der Regel eine gewisse Schwelle an scoring methods erfüllen. Erst dann erfolgt eine ordentliche Zusage zu einem Kredit. Der Kundenkredit wird dabei als Teil der Kapitalisierung des Unternehmens angesehen. Somit ist es eine Finanzierungsart die ebenso als Kapital (in der Bilanz) ersichtlich ist.

Somit stellt das (Gesamt) Kapital die Gesamtsumme der Geldmittel dar, welche dem Unternehmen, teils befristet und teils unbefristet, gegen Entgelt (das heisst Zinsen) zur Verfügung gestellt wird. Man sieht somit auf der Passivseite die Herkunft des Geldes, sprich die Finanzierungsseite des Unternehmens (und auf der Aktivseite was damit gemacht wurde – sprich die Investionsseite des Unternehmens). Die Bewertung des Fremdkapitals ist somit auch recht problemlos aus der Bilanz herauszulesen. Lediglich das Eigenkapital lässt sich nur als Saldogrösse aus der Bilanz des Unternehmens herausfiltern.

In der Praxis nimmt der Kundenkredit keine bedeutende Stellung ein. Dies steht im grassen Gegensatz zum Lieferantenkredit welcher im Rahmen des Working Capital Managements eine besondere Stellung einnimmt und ein nicht zu vernachlässigendes Finanzierungs Tool von Unternehmen ist und sich dabei schon eine ganze Berater Branche darum herum entwickelt hat.