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Die EZB verfügt über ein breites Spektrum an Maßnahmen um die Stabilität im Euro Raum zu sichern. Darunter befindet sich auch die Mindestreservepolitik. Um zu verstehen wie die Mindestreservepolitik wirken kann, sollte man sich zunächst ansehen, wie es bei einer normalen Geschäftsbank funktioniert, dass sie – unter Einbehaltung einer gewissen Mindestreserve -Darlehen vergeben kann.

Wir stellen uns dazu einfach eine Geschäftsbank als Beispiel vor. Nennen wir sie einmal DB Bank. Die DB Bank verfügt über Einlagen von ca. 100 Euro. Die EZB verlangt davon eine Mindestreserve, die von der DB Bank zu halten ist. Der Grund ist recht leicht erklärt, denn die DB Bank hält auch Gelder von Kunden und diese müssen, falls sie die Gelder abheben wollen, auch vorhanden sein. In unserem Beispiel legen wir die Mindestreserve mit 10% fest. Damit verfügt die DB Bank immer über genügend Liquidität. Diese Mindestreserve muss bei der EZB hinterlegt werde und von dieser wird die Mindestreserve auch überwach. Die DB Bank bekommt auch Zinsen für diese Mindestreserve von der EZB. Zurück zur Realität, denn hier liegt dieser Reservezinssatz derzeit bei ca. 1%.

Der aktuelle Reservezinssatz und die Möglichkeiten des Eingreifens der EZB

Der momentane Zinssatz, sprich der Satz, zu dem die Reserven angelegt werden müssen, liegt derzeit bei einem sehr kleinen Wert von 1%. Dieser Betrag ist also minimal. Das bedeutet für dieses Beispiel, dass nur 1% von unseren 100 Euro zurückbehalten werden muss, aber 99% können wiederum von den Geschäftsbanken als Darlehen vergeben werden. Geldpolitisch ist dies nur exemplarisch zu verstehen da es in der Praxis hier um Milliarden Summen geht.

Würde die EZB aber den Satz auf 5% erhöhen, dann würde das bedeuten, dass insgesamt weniger Geld zur Verfügung steht für Kredite. In unserem Beispiel wären das dann nicht 99 Euro sondern eben nur 95 Euro. Dies würde dann dazu führen, dass weniger Geld in den Umlauf gelangt. Umgekehrt bedeutet aber ein Absenken des Satzes, dass die Geldmenge am Markt erhöht wird (da mehr Kredite vergeben werden können).

Man sollte hier aber zusätzlich erwähnen, dass neben den Offenmarktgeschäften und der Leitzinspolitik, das Instrument der Reservezinssatz Politik eher nicht so häufig vorkommt und zum Einsatz gebracht wird, da die anderen Maßnahmen in der Regel bereits ausreichend ihre Wirkung entfalten. Die Offenmarktgeschäfte sind meist schon ausreichend um die geldpolitischen Ziele der EZB zu erreichen. Dem wesentlichen Ziel der EZB, nämlich dem Erreichen der Preisstabilität in der Euro Zone, soll damit Sorge getragen werden.