Faktormarkt

Unter dem Begriff Faktormarkt versteht man in der Volkswirtschaft einen Markt, auf dem Produktionsfaktoren oder Verfügungsrechte über Produktionsfaktoren gehandelt werden. Typische Märkte sind der Arbeitsmarkt, der Markt für Bodenleistungen, der Kapitalmarkt usw.

Alle Produktionsfaktoren stehen unmittelbar zueinander in Beziehung. Sie werden theoretisch über die Grenzproduktivitätssätze hergestellt. Streng genommen ist auch eine Unterteilung in betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren notwendig.

Neuerdings zählt auch Wissen als Humankapital zu den Produktionsfaktoren und erweitert dadurch den Begriff Arbeit deutlich. Manche zählen auch den Begriff Energie als eigenständiger Produktionsfaktor dazu. Der Begriff Boden bezeichnete ursprünglich Ackerboden, wurde im Zuge der Ausbeutung von Bodenschätzen dann aber zunächst auf diese erweitert. Angesichts der zunehmenden Verknappung von Produktionsmitteln wie Luft und Wasser wird in der Volkswirtschaftslehre mittlerweile auch vom Produktionsfaktor Natur und auch Umwelt gesprochen.

Die Preisbildung auf dem Faktormarkt wird maßgeblich von den Bedingungen auf den Produktionsmärkten beeinflusst. Wenn ein Unternehmen einen hohen Preis auf dem Markt für sein Produkt erzielen kann, dann wird es zusätzliche Produktionsfaktoren nachfragen. Wenn der Produktionspreis dann so niedrig ist, dann wird auch die Nachfrage entsprechend steigen. Nimmt aber die Nachfrage nach diesem Gut zu, dann wird auch der Preis für den Produktionsfaktor steigen. Dies gestaltet sich bei allen Produktionsfaktoren im gleichen Maße.

Der Gesamtgewinn ist dabei die Differenz von Gesamteinnahmen und Gesamtausgaben für die einzelnen Faktoren. Und auch der Gesamtgewinn ist dort am größten, wo die Differenz von den Gesamteinnahmen und Gesamtausgaben am aller größten ist. Die Grenzeinnahme ist dabei ungleich dem Grenzerlös, welcher per Definition ein Erlös pro zusätzlich bezahlter bzw. verkaufter Mengeneinheit ist. Dabei ist zu beachten, dass die Grenzeinnahmen jede Einnahme pro zusätzlich eingesetzter Faktoreinheit ist.

Damit das Unternehmen zum Beispiel seine Nachfrage nach Arbeit bestimmen kann, muss es auch die produktionstechnischen Beziehungen bestimmen. In der Regel befinden sich die Märkte in vollständiger Konkurrenz und dies bedeutet, auf den Arbeitsmarkt bezogen, dass der Lohn der Arbeit zur bestimmten Größe wird. Der Lohn bestimmt sich dann letztlich auch als eine Kombination von Grenzerlösen aus den Verkäufen und den Grenzkosten der Arbeit bzw. Arbeitsleistung der Menschen, die ihre Leistung offerieren. Hier gibt es aber auch Ausnahmen wie beispielsweise bei Zugführer, da diese wohl kaum einen anderen Arbeitgeber als die Deutsche Bahn finden.

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