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Der Beschäftigungsgrad oder Kapazitätsausnutzungsgrad ist das Verhältnis zwischen dem Istzustand der Produktion und der erreichbaren Maximalproduktion. Damit ist der Beschäftigungsgrad die Größenordnung, die anzeigt, inwieweit vorhandene Kapazitäten zu einem aktuellen Zeitpunkt, beziehungsweise während eines zugrunde gelegten Zeitraums ausgenutzt werden/wurden. Die Berechnung des Beschäftigungsgrades ist eine wichtige Rechengröße in der Kosten- und Leistungsrechnung.

Ausnutzung vorhandener Kapazitäten

In einem Unternehmen herrscht nur selten der Zustand, dass die gesamte Kapazität gänzlich, also zu 100 %, ausgenutzt ist. Selbst zu Zeiten von Höchstproduktion und Vollbeschäftigung bleibt gewöhnlich eine Lücke zwischen dem Beschäftigungsgrad und der gänzlichen Ausnutzung der Kapazität. Das hat verschiedene Ursachen. Zum einen muss noch immer eine Reserve von Kapazität vorhanden sein, damit die Produktion höheren Erfordernissen auch in kurzem Zeitverlauf angepasst werden kann. Innerhalb der Beschäftigung von Arbeitskräften herrscht auch bei Vollbeschäftigung eine Fluktuation. Es kommt zu Unterbrechungen im Produktionsablauf durch Probleme bei Lieferungen, Qualitätsmängeln, Reparaturen, anderen weniger vorhersehbaren Ereignissen. Es kann daher immer nur angestrebt werden, den Beschäftigungsgrad auf einem möglichst hohen Niveau zu halten. Allerdings darf der Beschäftigungsgrad nicht in zu große Widersprüche mit den Markterfordernissen geraten.

Wird die Kapazität fast gänzlich ausgenutzt, jedoch vorwiegend auf Lager produziert, oder werden wenig nachgefragte Produkte fertig gestellt, ist der Beschäftigungsgrad kein Maßstab für wirtschaftlichen Erfolg. Der Beschäftigungsgrad muss also stets in der Beziehung zu den betrieblichen Erfordernissen und Möglichkeiten und dem Markt gesehen werden.

Formel: (Tatsächliche Produktion / Mögliche Maximalproduktion) x 100

Erhöhung, Senkung der Kapazität – Erhöhung Beschäftigungsgrad

Bei der Sicht auf ein einzelnes Unternehmen (nicht auf die Volkswirtschaft) kann der Beschäftigungsgrad zu Zeiten geringerer Absätze und beim trägen Markt den Erfordernissen durch eine Minderung von Kapazitäten beeinflusst werden. Dann würde sich die Situation so darstellen, dass die Produktionsmöglichkeiten verringert wurden, der Beschäftigungsgrad aber gewachsen ist, weil nun die geminderten Kapazitäten in höherem Maß ausgenutzt werden. In der Praxis würde das Unternehmen eher seine Produkte und Strukturen verändern als die Kapazitäten zu senken. Eine sehr hohe Ausnutzung des Beschäftigungsgrades, Kapazitätsgrades über längere Zeit würde wiederum dazu führen, die Kapazitäten zu erhöhen um die Marktergebnisse zu verbessern.