Opportunitätskosten

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Unter den Opportunitätskosten versteht man entgangene Erlöse (allgemeiner im volkswirtschaftlichen Fach Jargon: entgangener Nutzen), die dadurch entstehen, dass vorhandene bzw. neue Möglichkeiten (Opportunitäten) zur Nutzung von Ressourcen nicht wahrgenommen werden. Grundsätzlich geht man dabei davon aus, dass es zwei Wege gibt und die Opportunitätskosten beschreiben die Kosten, die entstehen, weil man Weg 2 nicht geht.

Eine bösartige Definition wurde einmal von einem bekannten Wissenschaftler ausgesprochen, der meinte, dass die Opportunitätskosten, wenn er seine Frau betrügen würde, vergleichbar höher wären und sich die 2 Stunden Spaß aus der Betrachtung heraus auch nicht rechnen würden.

Umgangssprachlich könnte man daher auch von  Kosten der Reue oder Kosten entgangener Gewinne sprechen. Opportunitätskosten sind somit keine Kosten im Sinne einer traditionellen Kosten Rechnung aus der BWL und somit auch nicht direkt ableitbar oder kalkulierbar. Es handelt sich somit eher um ein ökonomisches Konzept zur Quantifizierung entgangener Alternativen.

Den Gegensatz zu Opportunitätskosten als entgangene Erlöse bilden die nicht zusätzlich entstehenden (Mehr-) Kosten, die auch als Opportunitätserlös bezeichnet werden.

Man unterscheidet zwischen Opportunitätskosten welche an den Produktionsprozess angepasst sind. Diese nennt man dann die sog „in- und Output-bezogenen Opportunitätskosten“. Hierbei ergeben sich die Opportunitätskosten indem der Deckungsbeitrag des produzierten Produktes auf den Inputaktor in relativem Ausmaß gestellt wird. Bei der Berechnung vertraut man mittlerweile auf die Bewertung bezüglich entgangener Stückdeckungsbeiträge, da diese einfacher verglichen werden können.

Bei den Output-bezogenen Opportunitätskosten bezieht man die Kosten, das heißt auch die entgangenen Deckungsbeiträge, eben nicht auf den Input wie vorhin sondern auf den Output des Produktionsprozesses. Dabei wird zwischen Alternativkosten (Opportunitätskosten in Abweichung von der nächstbesten Alternative) und Optimalkosten (Abweichung der gewählten Alternative von der optimalen Verwendung) unterschieden.

Die moderne Anwendung der Opportunitätskosten

Anwendung finden die Opportunitätskosten heute in vielen Bereichen, sowohl im betriebswirtschaftlichen als auch im volkswirtschaftlichen Bereich. Zum Beispiel finden Opportunitätskosten Anwendung bei der möglichen Entscheidung über Zusatzaufträge oder der Ermittlung des optimalen Produktionsprogrammes. Auch in der Investitionsrechnung finden sich Ansätze der Opportunitätskosten.

In der Volkswirtschaft werden die Opportunitätskosten in der Theorie der komparativen Kostenvorteile, im Konzept der Transformationskurve und auch im Bereich des Konzeptes für den entgangenen Nutzen verwendet.

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