Die Preispolitik ist eines der vier Instrumente des Marketing-Mix (neben Produkt-, Kommunikations- und Distributionspolitik). Sie umfasst alle Entscheidungen eines Unternehmens, die den Preis eines Produkts oder einer Dienstleistung betreffen.
Inhaltsverzeichnis
Ziele der Preispolitik
- Gewinnmaximierung
- Marktanteilsgewinnung
- Abschöpfung der Zahlungsbereitschaft
- Verdrängung von Wettbewerbern
- Positionierung im Markt (Preis als Qualitätssignal)
Preisstrategien
| Strategie | Beschreibung | Einsatz |
|---|---|---|
| Skimming-Strategie (Abschöpfung) | Hoher Einführungspreis, der schrittweise gesenkt wird | Innovative Produkte, zahlungsbereite Frühadoptoren |
| Penetrationsstrategie | Niedriger Einführungspreis zur schnellen Marktdurchdringung | Preissensible Märkte, Skaleneffekte angestrebt |
| Hochpreisstrategie | Dauerhaft hoher Preis als Qualitäts- und Luxussignal | Premium- und Luxusgüter |
| Niedrigpreisstrategie | Dauerhaft günstige Preise zur Gewinnung preissensbler Käufer | Discountmärkte, Massenprodukte |
Instrumente der Preispolitik
- Einzelpreis: Der Basispreis für eine Mengeneinheit des Produkts.
- Rabattpolitik: Mengenrabatte, Treuerabatte, Skonti – Preisnachlässe für bestimmte Kundengruppen oder Bedingungen (z. B. Skonto bei Zahlung innerhalb von 14 Tagen).
- Konditionenpolitik: Festlegung von Zahlungszielen, Lieferbedingungen und Kreditkonditionen.
- Preisdifferenzierung: Unterschiedliche Preise für gleiche Leistungen je nach Kundengruppe, Region oder Zeitpunkt (z. B. günstigere Bahntickets bei frühzeitiger Buchung).
- Preisbündelung: Mehrere Produkte oder Leistungen werden zu einem Paketpreis angeboten.
Preisuntergrenze
In der Kostenrechnung wird zwischen zwei Preisuntergrenzen unterschieden:
- Kurzfristige Preisuntergrenze: Mindestens die variablen Kosten (Deckungsbeitrag ≥ 0)
- Langfristige Preisuntergrenze: Mindestens die Selbstkosten (Gewinn ≥ 0)