Magisches Viereck

Das Magische Viereck stellt grafisch folgende wirtschaftliche Ziele dar:

Eine solche Zielsetzung kann aus einer marktwirtschaftlich und demokratisch ausgerichteten Gesellschaftsordnung entwickelt werden, deren Grundlagen sich auf

  • Freiheit
  • Gerechtigkeit
  • Sicherheit
  • Wohlstand

gründen. In der Bundesrepublik Deutschland wurden die Zielsetzungen des Magischen Vierecks zur Grundlage des Stabilitätsgesetzes, das im Jahr 1967 verabschiedet wurde. Mit solchen Festlegungen werden die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft gestützt.

Mit so gearteten Festlegungen sollen Institutionen wie der Staat, die deutsche Notenbank und die großen Sozialpartner auf die Hinarbeit zu den oben genannten vier ausgerichtet werden.

Problematik der Erreichung der Ziele des Magischen Vierecks

Würden alle vier Ziele erreicht werden, käme es zu einem geradezu vollkommenen wirtschaftlichen Gleichgewicht. Ein solches Gleichgewicht ist jedoch in der Marktwirtschaft nicht vollständig zu erreichen. Deshalb wird dem Konstrukt auch das Wort magisch vorangestellt. Jede Volkswirtschaft in ihrer Gesamtheit und ebenso die internationale Wirtschaft ist Schwankungen unterworfen, die ihr grundsätzlich innewohnen. Den Versuch, die Wirtschaft schwankungsfrei zu regulieren und im Gleichgewicht zu halten und zu entwickeln hat die Planwirtschaft gemacht und ist damit gescheitert. Die Marktwirtschaft muss sich auf der Basis ihrer Grundlagen von Angebot und Nachfrage verhältnismäßig frei entfalten können, soll das Ziel des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritts erreicht werden. Dies gilt auch, wenn ihr – beispielsweise durch das Stabilitätsgesetz – bestimmte sozialpolitische Grenzen gesetzt werden. Das ist einer der Gründe, warum auch zu den Punkten des Magischen Vierecks nicht die Verteilung der Einkommen gehört. „Gerechte“ Einkommensverteilung wäre noch illusorischer in der Durchsetzung als das gleichzeitige Erreichen der übrigen vier Ziele.

Konflikte zwischen den Zielen

Werden die einzelnen Zielpunkte des Magischen Vierecks betrachtet, so ergibt sich bereits, dass es zwischen diesen Zielen in der Marktwirtschaft unweigerlich zu Konflikten kommt. So kann eine hohe Beschäftigung Wirtschaftswachstum bedeuten, gleichzeitig kann es auch infolge technischen Fortschritts zur vielfachen Ersetzung von menschlicher Arbeitskraft kommen. Wirtschaftssektoren sind an günstiger Produktion interessiert, die wiederum vielfach einem hohen Beschäftigungsgrad entgegensteht. Eine Stabilität des Preisniveaus setzt voraus, dass es Preiserhöhungen über einem bestimmten Prozentsatz nicht geben sollte, wogegen die wirtschaftliche Realität spricht. Auf die Außenwirtschaft wirken Faktoren, die seitens der eigenen Volkswirtschaft nicht beherrschbar sind. Das stetige Wirtschaftswachstum kann nur über sehr große Zeiträume als real angesehen werden, da es jeweils von Schwankungen der Marktentwicklung national und international unterbrochen werden kann.

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